Wirkung von Fungiziden
Pilze besitzen kein Chlorophyll und können daher nicht aus Kohlendioxid und Wasser Kohlenhydrate synthetisieren. Pilze leben auf dem Gewebe anderer Organismen und beziehen ihre Nahrung aus dem Körper des Wirtes. Pilzenzyme bilden Pilzfäden, die die Zellwände des Wirtes auflösen können. Pilzsporen sind in der Luft und im Boden verstreut. Wenn sie auf eine günstige Umgebung treffen, wachsen schnell neue Pilzfäden heran.
Fungizide können protektiv, kurativ oder eradikativ wirken. Protektive Fungizide verhindern eine Sporenkeimung oder das Eindringen des Pilzes in das Pflanzengewebe. Das kann durch direkte Einwirkung auf die Spore (sporozide Wirkung) oder durch Änderung der physiologischen Bedingungen auf dem Blatt geschehen. Bei Anwendung protektiver Fungizide sind oft mehrere Spritzungen nötig, um während des Gefährdungszeitraums eine Infektion zu verhindern. Dies führt zu insgesamt hohen Aufwandmengen und hohen Arbeitskosten.
Seit Mitte der 1980er Jahre sind auch kurative und eradikative Fungizide erhältlich. Kurative Fungizide können eine Infektion im Anfangsstadium stoppen. Eradikative Fungizide können Pilzbefall sogar dann noch erfolgreich bekämpfen, wenn bereits Befallssymptome sichtbar sind. Bisher gibt es eradikative Wirkstoffe nur für die Bekämpfung von ektoparasitischen Pilzen wie z. B. dem Mehltau.
KUMULUS®WG Netzschwefel www.kas-stralsund.de
Fungizid
Wirkstoff: Schwefel (800 g/kg)
Formulierung: Wasserdispergierbares Granulat (WG)
Packungsgröße: 25 kg
Fungizid gegen Pilzkrankheiten im Obst-, Wein-, Gemüse-, Acker-,
Zierpflanzenbau und in Eichenkulturen, Akarizid gegen Gallmilben
in himbeer- und johannisbeerartigem Beerenobst, Kernobst und
Pflaume sowie Echten Mehltau in Hopfen
ANWENDUNG
Wirkungsspektrum
Kumulus WG ist sehr gut geeignet zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten, vor allem
von Echtem Mehltau und Schorf im Obstbau, Pflaumenrost und Sprühfleckenkrankheit
in Steinobst, Echtem Mehltau im Wein-, Gemüse-, Acker- , Zierpflanzenbau sowie
an Eichen, zur Bekämpfung von Gallmilben an Himbeer- und Johannisbeerartigem
Beerenobst, Kernobst und Pflaume.
Schadenverhütung / Pflanzenveträglichkeit
Verschiedene Apfelsorten, wie z. B. Berlepsch, Ontario, Cox Orange, sind schwefelempfindlich.
Die Empfindlichkeit gegenüber Schwefel wird aber auch vom Standort
und den zur Zeit der Spritzung herrschenden Temperaturen stark beeinflusst. Daher
sind örtliche Erfahrungen zu beachten.
Gegen Echte Mehltaupilze und Schorf an Kernobst
mit befallsmindernder Wirkung gegen Spinnmilben.
Vor der Blüte 3,5 kg/ha je m Kronenhöhe
abfallend zur Blüte auf 2,5 kg/ha je m Kronenhöhe
Nach der Blüte 2,0 kg/ha je m Kronenhöhe
abfallend auf 1,0 kg/ha je m Kronenhöhe
Wassermenge: max. 500 l/ha und je m Kronenhöhe
Spritzen oder sprühen bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome.
Bei schwefelempfindlichen Sorten mit halber Aufwandmenge arbeiten, dafür aber
häufiger spritzen und gegen Schorf durch organische Fungizide, z. B. Polyram® WG,
verstärken.
Max. 14 Anwendungen je Indikation, max. 14 Anwendungen in der Kultur pro Jahr
Gegen Echten Mehltau an Weizen, Gerste, Roggen 6,0 kg/ha
Die erste Anwendung erfolgt im Frühjahr bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden
der ersten Symptome, frühestens zur Hauptbestockungsphase (ES 25, BBCH-Code,
5 Bestockungstriebe sind vorhanden). Bei Neubefall ist eine zweite Spritzung möglich.
Spätester Anwendungstermin ist bei Beginn der Blüte (ES 61, BBCH-Code).
Wassermenge: 200-400 l/ha
Max. 2 Anwendungen in dieser Indikation je Kultur und Jahr
Ansetzen der Spritzflüssigkeit / Spritzarbeit
Spritzgeräte regelmäßig auf Prüfstand testen! Kumulus WG ohne Verwendung eines
Siebeinsatzes in den zu 3/4 mit Wasser gefüllten Behälter langsam einrieseln lassen.
Während der Fahrt und während des Spritzens Spritzbrühe durch Rührwerk oder
Rücklauf ständig in Bewegung halten. Nach Arbeitspause Spritzbrühe erneut sorgfältig
aufrühren.
Kumulus WG stets als erstes Produkt in den Tank einfüllen. Mischpartner getrennt
zugeben. Mischung mit EC-Formulierungen nur, wenn die Wasseraufwandmenge
mindestens 500 l / ha beträgt. Keine Mischung mit Spritzölen oder ölhaltigen Formulierungen.
Mischungen möglichst umgehend ausbringen.
In Tankmischungen sind die von der Zulassungsbehörde festgesetzten und genehmigten
Anwendungsgebiete und Anwendungsbestimmungen für den Mischpartner
einzuhalten.
Physikalische und chemische Eigenschaften
Form: staubarmes Feingranulat
Farbe: graubraun
Geruch: schwacher Eigengeruch
Flammpunkt:
nicht anwendbar
Entzündlichkeit: nicht leicht entzündlich (Richtlinie 92/69/EWG, A.10)
Mindestzündenergie: 0 – < 10 mJ
Brandfördernde Eigenschaften: nicht brandfördernd
Dampfdruck:
Keine Daten vorhanden.
Schüttdichte: 800 – 1.000 kg/m3
Netzschwefel Stulln Netzschwefel www.kas-stralsund.de
Die Bedeutung von Netzschwefel (Netzschwefel Stulln®) als Pflanzenschutzmittel
1. Geschichte
Schon seit 1857 wird Schwefel zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten der Weinreben eingesetzt. Er ist der älteste Wirkstoff zur Mehltaubekämpfung. Bereits damals wußte jeder Winzer, daß ohne Schwefelspritzungen keine befriedigenden Erträge und Qualitäten zu erzielen sind .
Seine große Bedeutung als Pflanzenschutzmittel hat sich bis in die Gegenwart nicht nur erhalten, sondern erfährt in unserer Zeit eines gewachsenen Umweltbewußtseins und ökologischer Vernunft wieder mehr an Bedeutung.
2. Verwendung:
Im Pflanzenschutz wird Schwefel in Form von Netzschwefel (Netzschwefel Stulln®) benutzt. Das ist ein sehr fein vermahlenes Pulver mit Netzmittelzusatz, daß sich besonders gut im Wasser lösen (benetzten) läßt. Spritzungen mit Netzschwefel wirken gegen Schorf und insbesondere gegen echten Mehltau. Eingeschränkte Wirkungen werden auch gegen falschen Mehltau und Schimmelpilz (Botrytis) erzielt.
3. Wirkung:
Schwefelpartikel, die sich auf der Blattoberfläche der Pflanze ablagern, bilden durch die Einwirkung von Feuchtigkeit, Licht und Sauerstoff Schwefeldioxid. Diese Verbindung wirkt auch wenn sie nur sehr schwach auftritt giftig auf Pilze und Insekten. Schwefelteilchen, die in die Pilzorganismen eindringen, töten diese von innen ab.
Vorteile der Applikation von Netzschwefel Stulln® liegen:
- in der fehlenden Resistenzentwicklung
- neben seiner reinen Kontaktwirkung auch in der Wirkung über die Dampfphase, d.h. auch Schadpilze an nicht direkt behandelten Pflanzenzteilen werden bekämpft
- in der Wirkung sowohl von außen als auch von innen auf die Pilzhyphen
- in seiner guten Verträglichkeit
- in den geringen Ansprüchen an die Applikationstechnik
- in seinen günstigen Kosten
- in seiner hohen Umweltfreundlichkeit , es ist ein sehr naturnahes, ökologisch wertvolles und schonendes Produkt
- in seiner Einsatzmöglichkeit auch als Schwefeldünger
4. Anwendung:
Netzschwefel Stulln® ist ein bewährtes protektives Mittel gegen Pilzkrankheiten im Pflanzenschutz. Netzschwefel Stulln® wird als Mikrogranulat (WG), Spritzpulver (WP) und Flüssigformulierung (SC) hergestellt. Die WG und WP-Formulierungen enthalten als fungiziden Wirkstoff 80 % Schwefel, in der SC-Formulierung sind 850g S/Liter enthalten. Netzschwefel Stulln® ist von der Biologischen Bundesanstalt für Land- u. Forstwirtschaft amtlich geprüft und sowohl für die konventionelle Landwirtschaft als auch für den biologischen Anbau zugelassen!
Netzschwefel Stulln
Wirkstoff: 80 % Schwefel
Anwendungsbereiche:
Staubarmes Mikrogranulat zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten im Wein-, Obst-, Gemüse-, Acker-, und Zierpflanzenbau sowie in Forstkulturen.
Netzschwefel Stulln kann je nach Anwendung im Spritz- oder Sprühverfahren ausgebracht werden.
Microthiol WG Netzschwefel www.kas-stralsund.de
Fungizides, wasserdispergierbares Granulat Wirkstoff: 800 g/kg Schwefel
Gegen Echte Mehltaupilze im Acker-, Obst- und Weinbau sowie im Gemüse- und Zierpflanzenbau. Durch die Anwendung wird auf der Blattoberfläche ein Schutzbelag aufgebaut, der die Sporenkeimung bei Echten Mehltaupilzen verhindert. Die Wirkung ist vorbeugend, Microthiol WG muss daher vor oder beim Infektionsbeginn eingesetzt werden. Bei der zugelassenen Anwendung gegen Schorf und Mehltau an Kernobst wird bei Spinn- und Rostmilben eine Befallsminderung erreicht.
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